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Hört auf eure Kinder zu vergleichen!

Gepostet am Jul 23, 2017 von in Tipps, Was mich beschäftigt | 4 Kommentare

nicht vergleichen

Hallo meine Lieben! Heute geht es um etwas, das mich schon als Kind endlos genervt hat und das ich jetzt als Erwachsene und Mutter noch weniger verstehen kann. Menschen die ständig und immer alles und jeden vergleichen, auch ihre Kinder. Ich weiß noch genau wie ich mich selbst als Kind gefühlt habe, wenn mir ein Erwachsener wieder zum Beispiel ein aber der und die kann das schon so lange um die Ohren geknallt hat: ich wurde unsicher und wütend und fühlte mich irgendwie ungenügend. Ich kann mich da zum Beispiel noch ganz speziell an eine Mutter erinnern, die mich ständig mit ihren Söhnen in Vergleich gesetzt hat: wird es nicht Zeit, dass du endlich Rad fahren lernst, meine Jungs machen das schon lange!

Liebe Eltern, hört auf alle Fälle auf damit! Egal, ob ihr euren Spross mit anderen vergleicht, oder vielleicht eure eigenen Kinder untereinander, bitte stoppt es! Jetzt!
Mag schon sein, dass nicht jedes Kind so sensibel ist wie ich es war und bei einem Vergleich sofort in Selbstzweifel verfällt, aber ich finde Personen zu vergleichen einfach unnötig, nicht zuletzt wegen folgender 3 Punkte:

 

 

Mit einem Vergleich schwingt oft eine Bewertung mit

Ihr kennt das vielleicht! Frau oder Herr Irgendwer erzählt euch beim Anblick eures Kindes, das noch nicht krabbelt, dass ja seine/ihre Kinder bereits mit 7 Monaten gekrabbelt sind. Eine Aussage, die vollkommen unnötig ist und meist dem Vergleichenden (unbewusst) nur dazu dient, eigene Kinder und vielleicht Erziehungsmethoden aufzuwerten. Andere Kinder werden dadurch aber auch indirekt abgewertet. So fällt mir zum Beispiel noch immer eine Situation ein, bei der eine andere Mutter meinen circa 4 Jahre alten Sohn mit ihrem Kind in Bezug auf die Kletterfähigkeit am Spielplatz verglichen hat. Die Reaktion meines Sohnes war danach folgende: Mama wieso soll ich schon klettern können. Die Aussage der anderen Mutter in Anwesenheit meines Sohnes löste bei ihm also ein gewisses Unbehagen aus, was mich schon zum nächsten Punkt bringt:

 

Vergleichen kann Unsicherheit auslösen

In meinem oben genannten Beispiel wurde mein Sohn also durch den Vergleich einer anderen Mutter irgendwie unsicher. Unsicher, ob er nicht doch schon besser klettern können sollte und ob er okay so ist, wie er ist. Unsicher, ob sein Freund und die Mutter ihn noch mögen! Er hat sich echt total viele Gedanken gemacht und hat auch anfänglich eine richtige Abneigung dem Klettern gegenüber entwickelt.
Unsicherheit ist aber sicher nicht das Einzige, das ein unnötiger Vergleich auslösen kann. Manchmal entsteht dadurch auch etwas anderes:

 

Vergleichen kann Konkurrenz auslösen

Sowohl von meinen Kindern, aber auch noch aus meiner eigenen Kindheit weiß ich, dass Vergleichen Konkurrenzgedanken auslösen kann. Wenn ich zum Beispiel in unreflektierten Momenten einem meiner Kinder sage, dass das andere Kind schon etwas besser oder schneller kann, löst das beim verglichenen Kind sofort Konkurrenz dem Anderen gegenüber aus.
Seinen Eltern gefallen zu wollen und von ihnen geliebt zu werden ist ja etwas, das in jedem Menschen tief verankert ist. Wenn man also hört, dass der Bruder oder die Schwester etwas besser kann bekommt man instinktiv Angst das nicht so geliebte Kind zu sein und sieht sich mit dem anderen Kind in Konkurrenz.

Also meine Lieben, ich weiß das große Vergleichen und Kategorisieren steht in unserer Gesellschaft ganz weit oben im Speiseplan. Spätestens in der Schule lernt man ja, dass man seine Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen in nur 5 Noten einordnen und somit „super“ mit anderen vergleichen kann. Dass wir dieses lange bestehende und für mich sehr fragliche System nicht auf Anhieb ändern können und auch lernen müssen, damit irgendwie umzugehen ist klar. Wir als Eltern können allerdings bei unseren Kindern und Kindern die uns Nahe stehen diesem Vergleichswahnsinn den Rücken zukehren.

Denn jedes Kind und jeder Mensch ist einzigartig und für Einzigartigkeit gibt es keinen Vergleich!

Eure Lily

 

4 Kommentare

  1. VIELEN VIELEN DANK für diesen ehrlichen Beitrag! Schon seit längerem überlege ich wie ich dieses Thema in Worte fassen soll! Ich kenne diese Vergleiche bereits aus der Schwangerschaft (!!!) … ich finde es unerträglich, unnötig und bin so dankbar, dass es endlich jemand öffentlich anspricht!
    Ich muss mich selbst oft von solchen Müttern in meiner Umgebung zurücknehmen bzw. distanzieren, was ich sehr schade finde! Also nochmal DANKE, dieser Artikel spricht mir tief aus dem Herzen!
    Lg Sandra von Zwischen Wimpern und Windeln

    • Danke liebe Sandra für deine lieben Worte….und tut mir Leid, dass du auch schon Erfahrungen damit gemacht hast…

  2. Kurz nach der Geburt meines wunderbar entwickelten Sohnes hatte ich leider mit (Un-)Menschen zu tun, die mich nur runter ziehen wollten.
    Das Gute daran: gegen diese ,,schau was mein Kind kann, wie weit ist Deins?“ Geschwätz bin ich daher schnell immunisiert worden.

    Ich freue mich, hier sicher noch weitere so tolle Artikel lesen zu dürfen.

  3. Der Beitrag ist toll. Mich haben (Un-) Menschen im damaligen Umfeld gleich nach der Geburt meines Sohnes gegen diese angreifende Vergleicherei immunisiert.

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